Zurück im Alltag

Wie ihr in meinem ersten Blog-Eintrag lesen konntet, habe ich meine erste Yogareise mit YOGAmar Rügen im August gemacht. Es war eine wunderschöne Erfahrung, welche meiner Meinung nach nicht von kurzer Dauer sein sollte; jedoch gestaltete es sich, wie erwartet, schwierig, zuhause so weiterzumachen wie dort. Die tiefe Entspannung und Gelassenheit, welche ich in dieser Woche erlangt hatte, prallte zuhause auf mein etwas chaotisches und stressiges Leben.
Zurzeit studiere ich und jobbe hier und da mal, um mir mein Leben zu finanzieren und es gibt definitiv Phasen, in denen ich vor lauter Stress nicht so richtig weiß, wohin mit mir; vor allem in den Prüfungsphasen meiner Uni. Zugegebenermaßen mag das auch ein wenig an meiner eher „verplanten“ Art liegen; besseres Zeitmanagement würde wohl schon kleine Wunder bewirken können!
Schon immer habe ich mich für Yoga und die Philosophie dahinter interessiert und mich früher schon oberflächlich zu den einen oder anderen Themen belesen. Jetzt nach der Woche mit YOGAmar habe ich Blut geleckt und mein Wissensdurst lässt sich kaum noch stillen.

Ich vermisse das Yoga am Morgen und mein Geist sehnt sich nach der Ruhe und der Gelassenheit, die ich auf der Yogareise erfahren durfte. Aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier und alte Gewohnheiten abzustellen, ist zu Anfang schwieriger als man denkt. Trotzdem habe ich mein Bestes gegeben und konnte Meditations- und Yogaeinheiten in meinen Alltag integrieren. Damit ich dies in Zukunft noch besser schaffe, beginne ich einen Yoga-Anfängerkurs bei Yoga Vidya.
In diesem Blog möchte ich meine Erfahrungen des Anfängerkurses und generelle Veränderungen in meinem Leben bezüglich Yoga mit euch teilen.

Beginn des Anfängerkurses

Heute hatte ich meine erste Stunde des Anfängerkurses; es tat so gut wieder eine Yogastunde zu nehmen! Die Inhalte des Yogakurses sind neben Körperübungen, Entspannungstechniken und Meditationsübungen auch yogische Ernährungslehre und die Tradition und die spirituellen und philosophischen Hintergründe des Yogas.

Nach einer kleinen Einführung und dem gemeinsamen Kennenlernen, haben wir einige Asanas praktiziert:
*Den Baum- Vrikshasana: dies ist eine Asana, welche das Gleichgewicht trainiert. Sowohl das geistige als auch das körperliche. Vrikshasana ist eine sehr gute Übung für dich, um Zielorientiertheit und Selbstbestimmtheit zu entwickeln. Fest verwurzelt wie ein Baum hältst du jedem Sturm entgegen.
*Die Kobra- Bhjangasana: bei dieser Übung werden die Rückenmuskeln massiert und gestärkt. Der Geist wird geöffnet und von Angst befreit. Außerdem wird das Selbstbewusstsein gestärkt

*Die Rückenentspannungslage- Shavasana: diese Übung scheint so einfach, dass man mit ihr keine großen Wirkungen verbinden würde; aber falsch gedacht! Sie löst im Körper einen Entspannungsimpuls aus, das bedeutet, dass Stresshormone abgebaut und Glückshormone ausgeschüttet werden. Und da diese Übung so einfach ist, lässt sie sich so super in unser Leben einbringen und uns zum Beispiel nach einem stressigen Tag zu unserer Entspannung verhelfen.
*Die Stellung des Kindes- Garbhasana: in dieser Stellung wird der ganze Rücken gedehnt und Verspannungen können gelöst werden. Geistig wirkt diese Stellung indem Urvertrauen und Demut entwickelt werden.
*Einbeinige Vorwärtsbeuge- Janu Shirasana: bei dieser Übung wird die Wirbelsäule langgezogen und die Bauchorgane werden durch die tiefe Atmung massiert; sie wirkt harmonisierend auf die Verdauungsorgane und fördert die Abwehrkräfte. Durch diese Übung werden deine Geduld, deine Hingabe und deine Fähigkeit loszulassen gestärkt.

In dieser Woche möchte ich mir vornehmen jeden Tag wenigstens ein bisschen Yoga in meinem Alltag zu integrieren und die Veränderungen in meinem Geist zu beobachten.

Yoga als Akuthilfe für Morgenmuffel

Ich bin ein echter Morgenmuffel wie aus dem Buche und heute dachte ich: „das wird nicht mein Tag!“ ich habe mich, wie so oft, energielos und ein bisschen niedergeschlagen gefühlt. Aber ich habe mir gedacht: „bevor ich mich den ganzen Tag so vor mir herschleppe, versuch ich´s doch jetzt mal mit Yoga als Akuthilfe sozusagen.
Ich habe ein paar Asanas gemacht und zum Schluss meditiert und ich muss wirklich sagen: mir ging es deutlich besser! Ich habe mich nur mit mir selbst beschäftigt und alles andere für den Moment ausgeblendet. Nach dieser so positiven Erfahrung ist meine Motivation Yoga in mein Leben einzubinden noch weiter gestiegen.

1. Woche des Anfängerkurses

Heute ist die erste Woche nach der ersten Stunde des Anfängerkurses um. Ich habe jeden Tag mindestens eine halbe Stunde Yoga gemacht und es tat mir wirklich sehr gut. Ich habe die Woche über die Asanas geübt, die ich schon kannte und welche mir gut gefallen habe und ich war erstaunt wie schnell man doch durch Kontinuität kleine Erfolge erzielt was zum Beispiel die Gelenkigkeit angeht.

Die Atmung

Bei den Asanas, bei der Meditation und den Tiefenentspannungen liegt ein besonderer Fokus auf der Atmung. Die Atmung hat großen Einfluss auf unser Nervensystem: er kann entweder ausgleichend und beruhigend oder aktivierend wirken. Wenn wir regelmäßig bewusst auf unsere Atmung achten und Atemübungen in unsere tägliche Yoga-session integrieren, trainieren wir unseren Atem; dieser wird tiefer und entspannter. Dies wiederrum führt zu einer entspannteren inneren Grundhaltung, welche man im Alltag immer gut gebrauchen kann.

Achtet doch mal auf euren Atem, wie er ganz natürlich und unbeeinflusst fließt. Viele von euch werden bemerken, dass sie eine eher flache kurze Atmung haben. So geht es mir auch und zu Anfang fiel es mir sogar richtig schwer tief und lang zu atmen, es fühlte sich an als würde ich nicht richtig Luft bekommen. Schon nach kurzer Zeit aber fällt es mir leichter und ich merke wie viel mehr Energie man „einatmet“. Atemübungen nennt man im Yoga „Pranayamas“. „Prana“ bedeutet dabei Lebensenergie. Super schön zum Visualisieren während den Übungen finde ich: verbrauchte Energie raus und frische Lebensenergie rein!V

Yoga für das Immunsystem

Gerade ist Erkältungszeit und mich hat es leider erwischt. Man hört ja immer davon, dass man viel Vitamin C und Zink zu sich nehmen soll, um das Immunsystem zu stärken. Aber geht das nicht auch anders? Natürlich sind Vitamine wichtig, aber man kann das Immunsystem zusätzlich auch durch Yoga unterstützen. Hauptaugenmerk liegt beim Yoga auf der Entspannung, der Atmung, der Meditation und den Asanas. All das festigt das Fundament eines gesunden Körpers und einen gesunden Geistes- und damit auch das Fundament für ein intaktes und gestärktes Immunsystem. Durch regelmäßige Yogaübungen steigt der Anteil an Immunzellen um bis zu 15 % und, wie oben schon einmal angesprochen verleihen Atemübungen dem Körper mehr Energie. Meditationseinheiten verschaffen uns seelischen und emotionalen Ausgleich; dieser Effekt ist auch biochemisch erkennbar, denn durch Meditationen und Entspannungen harmonisieren sich alle hormonellen und immunologischen Körpersysteme. Das Yoga gut für die Gesundheit ist, ist ja allseits bekannt. Krankheiten des Herz-Kreislaufs-Systems oder der Mobilität kann durch Yoga vorgebeugt werden aber wie wir sehen wird auch unser Immunsystem gestärkt: Also gerade in der kommenden kalten Jahreszeit heißt es: Yoga, Yoga, Yoga!

Die Hälfte des Kurses ist rum!

Mittlerweile ist die Hälfte des Anfängerkurses rum; leider habe ich es, wenn ich ehrlich bin, nicht jeden Tag geschafft Yoga zu praktizieren. Allerdings mindestens 2-3-mal die Woche- natürlich geht da eigentlich mehr aber wie zu Beginn schon gesagt: Gewohnheiten umstellen braucht Zeit. Worauf ich aber hinaus will ist, dass ich auch mit dieser Anzahl von Yogaeinheiten schon deutliche Verbesserungen merke. Ich bin ausgeglichener, achte sehr viel mehr auf meinen Körper und meinen Geist, was zur Folge hat, dass ich besser mit mir selbst umgehe. Es ist, als hätte ich mein Gespür für mich selbst verschärft. Und auch die Yoga-Praxis an sich wird deutlich besser. Ich kann weiter in die Dehnung gehen als zu Beginn und ich habe sogar schon einen Kopfstand allein geschafft! Ich bin dadurch total euphorisch und möchte euch dazu ermutigen zu üben und zu machen, denn es lohnt sich wirklich!

Der Kopftstand

Wusstet ihr, dass man den Kopfstand („Shirshasana“) den König der Asanas nennt? Mir war das neu aber umso stolzer war ich darüber, den König der Asanas schon einmal geschafft zu haben! Bei dieser Asana bin ich besonders ambitioniert und übe sie besonders. Einerseits weil sie mir Spaß bereitet und anderseits wegen der körperlichen und geistigen Wirkungen. Bei dem Kopfstand wird im wahrsten Sinne des Wortes alles auf den Kopf gestellt. Das Gehirn, die Muskeln, der gesamte Körper müssen sich dann plötzlich umstrukturieren und genau andersherum arbeiten als sonst. Wenn man dieses Phänomen auf die mentale Ebene weiterdenkt, dann bedeutet dies, dass der Kopfstand uns helfen kann zum Beispiel alt eingefahrene Denkmuster aufzulösen oder unsere Gedanken neu zu strukturieren. Außerdem werden das Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit gestärkt. Shirshasana unterstützt bei der Entwicklung von Mut, Selbstvertrauen und Willenskraft. Auf der Körperlichen Ebene wird dem Kopfstand eine verjüngende Wirkung zugeschrieben: Haarausfall und Falten wird durch die verbesserte Durchblutung vorgebeugt.

Mir persönlich gefällt diese Asana wahrscheinlich so sehr, weil ich es mir zu Beginn absolut nicht zugetraut habe und dann aber gemerkt habe, dass es doch machbar ist. Dieser „Überraschungseffekt“ löst positive Gefühle und Energien aus.

Energien und Chakren

Im Yoga geht es ja immer um Energien, welche in unserem Körper und in unserem Geist fließen und durch die wir leben. Diese Energien befinden sich in sogenannten Energiezentren: den Chakren. Dieser Begriff ist euch bestimmt schon einmal zu Ohren gekommen. In diesem Energiesytem gibt es 7 Hauptchakren, welche unterschiedliche Funktionen und Wirkungen haben.

1. Muladhara Chakra

2. Swadhisthana Chakra

3. Manipura Chakra

4. Anahata Chakra

5. Vishudda Chakra

6. Anja Chakra

7. Sahasrana Chakra

Um auf das gesamte Thema einzugehen ist in diesem Blog leider keine Kapazität, allerdings werde ich eventuell meinen nächsten Blog an das Thema anlehnen. Dort soll es um Allgemeines zu den Chakren gehen und dann um verschiedene Möglichkeiten die verschiedenen Chakren zu öffnen und welche Wirkungen erzielt werden können. Einen kleinen Einblick wollte ich euch aber hier schon geben: Ich habe seit ca. zwei Jahren eine immer wiederkehrende Blasenentzündung und habe schon so gut wie alles ausprobiert, jedoch immer mit wenig Erfolg. Meine liebe Tante Bea hat mich dann darauf aufmerksam gemacht, dass das zweite Chakra im Zusammenhang mit der Blase stehen kann. Ich habe mich also zum zweiten Chakra belesen und mache regelmäßig Asanas und Meditationen, welche zur Öffnung und Harmonisierung des Swadhisthana Chakras beitragen und siehe da: es wirkt wahre Wunder. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet, aber es hilft mir enorm. Diese Erfahrung hat mir wieder einmal gezeigt, dass alles aus Energien besteht und man vieles „reparieren“ kann, wenn man diese Energien in Einklang bringt. Falls ihr also auch immer wiederkehrende Beschwerden habt, schaut doch mal nach mit welchem Chakra es eventuell stehen könnte und wie man dieses Chakra harmonisiert und versucht die Selbstheilungskräfte in eurem Körper dadurch zu aktivieren!

Bis zum nächsten Blog! 🙂

Durch die aktuelle Situation sind viele Sitzungen des Kurses ausgefallen. Daher kann ich euch von dem Ende des Kurses noch nicht berichten. Eins allerdings kann ich euch sagen: die regelmäßige Yogapraxis bereichert mein Leben mit Kraft, Energie und Lebensfreude. Yoga wird sich positiv auf euer Leben auswirken, das kann ich euch versprechen. Was ich euch aber gerne mit auf den Weg geben würde ist, lasst die tägliche Yogaeinheit nicht zu einem „oh man, das muss jetzt leider noch erledigt werden“ werden, denn so nimmt ihr euch den Spaß an der Sache. An manchen Tagen ist man mehr und an manchen weniger motiviert. Rafft euch gerne auf und moviert euch selbst aber zwingt euch nicht, denn das Yoga soll in euch Positives auslösen und nicht die negative Assoziation etwas auf Zwang machen zu müssen. Seht es einfach als Balsam für eure Seelen.
Vielen Dank fürs Lesen und ich freue mich darauf den nächsten Blog für euch zu verfassen. Im Februar hört ihr wieder von mir! Bis dahin lasst es euch gut gehen.

Namaste

eure Gina